Ausgewählte Ergebnisse der Befragung 2009

Im Jahr 2009 haben wir kurz vor und nach der Bundestagswahl Interviews mit insgesamt 4300 zufällig ausgewählten Bürgerinnen und Bürgern durchgeführt. Diese Umfrage hat uns unter anderem gezeigt, wie die Wähler den Wahlkampf wahrgenommen haben, welche Meinung sie zu den Spitzenkandidaten hatten und welches Wahlergebnis sie vor der Wahl erwatet haben.

1. Trotz hohem Interesse – der Wahlkampf langweilte die Wähler

2. Kanzlerwahl: Klare Präferenz für Merkel – zu Guttenberg ähnlich beliebt

3. Sieg von Schwarz-Gelb erwartet – selbst SPD-Anhänger glaubten nicht an Wahlsieg

 

1. Trotz hohem Interesse – der Wahlkampf langweilte die Wähler

Nach vier Jahren gemeinsamer Regierungszeit in der Großen Koalition traten CDU/CSU und SPD bei der Bundestagswahl 2009 als Gegner an. Der Ausgang dieser Wahl war den Bürgern keinesfalls gleichgültig. Für etwa die Hälfte der Befragten war es wichtig oder sehr wichtig, wer die Wahl gewinnen würde. Lediglich für ein knappes Viertel war der Wahlausgang unwichtig.

 

Allerdings vermochten die Parteien die Bürger mit ihren Kampagnen kaum zu begeistern. Eine große Mehrheit (66%) stimmte dem allgemeinen Medienurteil zu und empfand den Wahlkampf als uninteressant und langweilig.

 

 

2. Kanzlerwahl: Klare Präferenz für Merkel – zu Guttenberg ähnlich beliebt

Bei der Frage nach der Beliebtheit der einzelnen Politiker zeigten die Bürger klare Sympathieunterschiede. Angela Merkel und Karl-Theodor zu Guttenberg – lange vor dem Skandal um seine Doktorarbeit – schnitten mit Abstand am besten ab (0,6 bzw. 0,7), während der Kanzlerkandidat der SPD, Frank-Walter Steinmeier, eine annähernd neutrale Bewertung (0,1) erhielt. Die Spitzenkandidaten der kleineren Parteien schnitten wesentlich schlechter ab. Besonders galt dies für Oskar Lafontaine.

 

In der Frage der Kanzlerpräferenz lag Amtsinhaberin Angela Merkel mit 43 Prozent deutlich vor ihrem damaligen Außenminister und Herausforderer Frank-Walter Steinmeier (26%). Allerdings hatte verglichen mit früheren Wahlen ein größerer Teil (31%) der Bürger keine Präferenz für einen der beiden Kandidaten von Union oder SPD.

 

 

3. Sieg von Schwarz-Gelb erwartet – selbst SPD-Anhänger glaubten nicht an Wahlsieg

Zur geringen Wahlbeteiligung trug neben dem als langweilig empfundenen Wahlkampf wohl auch der als relativ sicher angesehene Wahlausgang bei. Fast 60 Prozent der Bürger erwarten einen Wahlsieg von Schwarz-Gelb. Während etwa ein Viertel der Befragten ein Patt erwarteten, hielten nur 14 Prozent eine rot-grüne Regierung für wahrscheinlich. Besonders bemerkenswert ist, dass selbst die Anhänger der SPD nur zu rund einem Drittel an eine rot-grüne Mehrheit glaubten (34%). Die Wähler der Union und FDP waren dagegen wesentlich optimistischer und glaubten zu über 80 Prozent an einen Wahlsieg von Schwarz-Gelb.